Donnerstag, September 21, 2006

Parliament und Chinatown

Weiter ging es heute mit meiner Entdeckung Sydneys. Die Macquaries Road entlang, ging ich Richtung Hyde Park. - Nein, bis nach London bin ich nicht gelaufen. Aber der Vergleich liegt Nahe. Irgendwie gibt es hier dutzende von Strassen, Zugstationen und Stadtteilen, die an die britische Hauptstadt oder England erinnern: Liverpool, Greenwhich, Regents Park, Kings' Cross...

Einen Besuch beim State Parliament, sozusagen dem Landtag für New South Wales, konnte ich mir natürlich nicht verkneifen. Also bin ich durch die Sicherheitskontrolle in Foyer und habe mich da mal nach einem Besuch des Sitzungssaales durchgefragt. Nach einer Weile konnte man mir weiterhelfen und ich bekam einen Visitors-Button und eine Wegbeschreibung zum Plenarsaal. Nach einem kurzen Irrlauf durch einige öffentliche und vielleicht auch nicht-öffentliche Räume landete ich dann auch wirklich in der Besucherecke des Plenarsaals, wo gerade eine Fragestunde stattfand.

Das Parlament sieht dem aus dem Fernsehen bekannten britischen Gegenstück sehr ähnlich: Es gibt hier keine Stühle und Tische, sondern zwei Reihen aus gepolsterten, weinroten Bänken. In der Mitte steht ein Tisch mit mehreren Mikrofonen, an den die Vortragenden nach Rücksprache mit der Präsidentin herantreten müssen. Was aber nicht heißt, daß man ihnen auch zuhört: Ein Großteil der Abgeordneten las Zeitung, spielte mit dem Handy oder unterhielt sich nicht gerade leise mit seinem Nachbarn. Dazu wurden auch munter die Plätze gewechselt und der Saal verlassen und wieder betreten. Das kleine Chaos mußte immer wieder von "Order, order!"-Zwischenrufen der Präsidentin geschlichtet werden. Übrigens ist es hier scheinbar auch üblich, Reden der Opposition mit lauten Zwischenrufen, bissigen Kommentaren oder einem generellen Lachen zu unterbrechen :-)

Weiter ging es dann zum ANZAC-Memorial am Ende des Hyde Parks. ANZAC steht für "Australian and New Zealand Army Corps", das Denkmal ehrt die Down-Under-Soldaten der beiden Weltkriege und einiger weiterer Kämpfe, zu denen man Truppen entsandte (Vietnam, Irak1, Irak2,...). Unter dem Memorial gabs ein kleines Museum über die Militärgeschichte Australiens.

Am Nachmittag trudelte Eva aus der Schule ein und wir schlenderten durch den "Chinese Garden of Friendship". Der kleine Park in der Nähe des chinesischen Viertels wurde vor einigen Jahren als Zeichen der großen Verbundenheit zwischen den Aussies und den Chinesen gebaut. - Immerhin kommt ein Großteil der hiesigen Einwanderer dort her.

Bei Einbruch der Dunkelheit, hier also schon gegen sechs Uhr, zogen wir weiter nach Chinatown und suchten uns einen Platz in einem der vielen asiatischen Restaurants.

P.S.: Mehr Fotos gibt es im Fotoalbum!

Montag, September 18, 2006

Olympic Parc und Sydney Harbour

Die kleine Eva musste heute wieder in die Schule, da musste sich der grosse Daniel also zum ersten Mal alleine auf Entdeckungsreise begeben. Das Olympiagelaende liegt von hier aus recht nah, also stieg ich in den naechsten Zug und stand nach zweimaligem Umsteigen vor dem Telstra Stadium.

Wie nach so ziemlich jedem grossen Event hatte man sich auch in Sydney gefragt, was man nach Olympia mit dem riesigen Gelaende machen solle. Sechs Jahre nach den Spielen sind zu den alten Stadien und Gebaueden nun noch einige dazu gekommen, andere wurden umgebaut und dienen jetzt zum Beispiel als Skater-Park oder Konzerthalle. Im Schwimmstadium kann man heute auch als blutiger Amateur seine Runden drehen und das Telstra Stadium wird fleissig fuer australische Grossveranstaltungen genutzt. Das ganze Gelaende war damals uebrigens schon nach den Prinzipien der Umweltvertraeglichkeit geplant: So gibt es zum Beispiel eine riesige Wiederaufbereitungsanlage fuer benutztes Wasser und die Daecher der Gebaeude bestehen teilweise aus Solarzellen.

Direkt neben dem Gelaende liegt der Sydney Brick Pit, ein alter Steinbruch, der seit den zwanziger Jahren die Steine fuer einen Grossteil der alten Gebaeude Sydneys lieferte. Mittlerweile werden dort keine Ziegel mehr hergestellt, das Gelaende ist nun ein Naturschutzgebiet. Damit man trotzdem einen Blick auf die Tiere und die Ueberbleibsel der Industriegeschichte werfen kann, steht zwanzig Meter ueber dem Steinbruch ein riesiges, begehbares Oval auf Stelzen. Besonders lustig ist die eingebaute Interaktivitaet: Wenn man ueber das Oval laeuft, werden durch Bewegungsmelder an verschiedenen Stellen alte Geraeusche des Steinbruchs, Infos ueber die Arbeit dort oder die Renaturierung abgespielt.

Am Nachmittag traf ich mich mit Eva im Hotel und wir fuhren zusammen mit dem Bus durch die Strassen Sydneys zum Hafen. Genau richtig zum Sonnenuntergang gingen wir durch den botanischen Garten zum Mrs Macquaries Point, von dem man einen genialen Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge hat. Spaetestens bei diesem Anblick hatte ich dann das Gefuehl, wirklich in Australien zu sein :-)

Mittlerweile war es schon dunkel und so fuhren wir unter der Harbour Bridge durch, direkt an Sydneys Skyline vorbei mit der Faehre nach Hause.

P.S.: Mehr Fotos gibt es im Fotoalbum!

Sonntag, September 17, 2006

Bushgottesdienst

Da "Bush-Gottesdienste" in Australien zur Zeit ziemlich in Mode sind, folgten wir heute dem Ruf des Herrn in den Lane Cove National Park.

Am Parkeingang bekamen wir einen Handzettel, der uns zum "German Lutheran Church Picnic" fuehrte. Der war auch wirklich noetig, denn der Park ist trotz seiner Lage am Rand des Stadtzentrums ziemlich gross und verfuegt ueber 30 verschiedene Picknick-Plaetze. Am "Commandment Rock" erwarteten uns schon die ersten Deutschen, die sich in australischer Manier vor dem Gottesdienst erst einmal dem Barbecue widmeten.

In der oekomenischen Messe ging es dann um das Thema "Jona", einige Kinder hatten dazu einiges an Liedern und Spielszenen vorbereitet. Die ganze Atmosphaehre war recht ungezwungen, was zum einen am lustigen Pastor, zum anderen aber auch an anwesenden "Kirchgaengern" lag: Die Zuschauer sassen waehrend der Messe noch auf ihren Picknickdecken und ueberall standen grosse Kuehlboxen herum :-)

Spaeter suchten wir zwei uns dann ein Stueckchen weiter einen eigenen Picknickplatz. Dummerweise hatte wir mit einem der hier weit verbreiteten Elektro-Muenz-Barbecues gerechnet, hier gab es aber nur die klassische Feuerstellen-Variante. Die Parkranger hatten leider auch kein Feuerzeug und versuchten recht erfolglos, mit dem Zigarettenanzuender ihres Jeeps den Funken ueberspringen zu lassen.

Am nahgelegenen Bootshaus konnte wir dann aber doch noch einer Feuerzeug organisieren und das gesammelte Holz zu einer ansehnlichen Flamme verwandeln. Wenig spaeter waren unsere mitgebrachten Spiesse gar und wir verspeisten an einem der Picknick-Tische unser Grillgut und die mitgebrachten Salate.

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