Samstag, Oktober 07, 2006

Platypus in Eungella

Eines der merkwürdigsten und zugleich interessantesten Tiere Australiens ist ja bekannterweise der Platypus, das gemeine Schnabeltier. Es lebt an Teichufern, hat einen flachen Körper, den Schnabel einer Ente, legt Eier und ist trotzdem ein Säugetier. Um dieses possierliche und scheue Tierchen einmal in freier Wildbahn betrachten zu könnten, machten wir uns heute früh auf den Weg in den Eungella-Nationalpark westlich von Mackay. Wie an den meisten Touristenattraktionen in Australien war auch hier wieder sehr wenig los. Besser für uns, denn schon nach kurzer Zeit konnten wir in einem Teich mehrere Schnabeltiere sichten und zum Beweis sogar fotografieren. :-)

Zum Mittag wollten wir dann eigentlich ein paar Würstchen auf den Barbecue schmeißen. Dummerweise fanden wir bei den auf unseren Karten als BBQ-tauglich ausgewiesenen Picknickplätzen aber nirgendwo eine Grillstelle. Bei unserer Suche stießen wir lustigerweise auf einen verlassenen Campingplatz, das "Platypus Camp". Hier hätte auch "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" gedreht werden können. In dem aufgegebenen Camp im Regenwald fanden sich sehr dekorative Waldtoiletten, Duschen und ein Bürogebäude im Dschungel-Stil. Der verlassene Eindruck machte die Illusion einer verschollenen Stadt nun perfekt.

Auf dem Weg nach Hause galt unser letzter Stopp heute einem Sanctuary, bei dem wir in einem Freigehege Kängurus und Wallabier füttern konnten. - Immer mit einem Auge auf die ebenfalls dort herumlaufenden Emus, die auch gerne etwas Futter abbekommen hätten.

Freitag, Oktober 06, 2006

Mackay

Die Strecke von Rockhampton nach Mackay wird im "Lonely Planet" als "langer, gewundener Streifen von 329 km Straße, unterbrochen von ein paar kleineren Dörfchen" beschrieben. - Dem kann man nur Recht geben. Die ersten 200 Kilometer verliefen durch eine sehr monotone, trockene und wenig bewachsene Landschaft. Auf dem letzten Teil wurde es überraschenderweise wieder grüner und die ersten Zuckerrohrfelder tauchten am Straßenrand auf.

Gegen Mittag trafen wir in Mackay ein und schlenderten über die von alten Häusern gesäumte Mainstreet. Danach wollten wir eigentlich eine Runde ins Meer springen. - Dummerweise scheint die Küste um Mackay aber sehr flach zu sein: Von Wasser war am Strand weit und breit nichts zu sehen, die Szenerie erinnerte irgendwie etwas an unser norddeutsches Wattenmeer.

Mit unserer Unterkunft haben wir heute voll ins Schwarze getroffen. Im Reiseführer fanden wir die Adresse eines supergünstigen, tollen Resort direkt am Strand. Es gibt zwei Pools, um die kleine Hütten mit den einzelnen Unterkünften angeordnet sind. Wir sind mit Waschmaschine, Mikrowelle, Backofen und riesigem Kühlschrank bestens ausgestattet. Also konnten wir uns heute etwas nettes zu abend kochen und dann unseren im örtlichen Bottleshop erstandenen Wein auf der Terasse vor der Hütte genießen.

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Town of 1770 und Herbergssuche

Nach den anstrengenden letzten zwei Tagen schliefen wir heute einmal etwas länger (bis acht) und machten uns dann auf den Weg zu "Town of 1770". Dieser Ort hieß eigentlich einmal ganz anders, hat sich aber zur Erinnerung an die dortige Inbesitznahme Australiens durch Captain Cook umbenannt.

Auf dem Weg dorthin machten wir einen Zwischenstopp bei einer "Mammina", einem Familienunternehmen für Produkte aus Macadamia-Nüssen und probierten das leckere, hausgemachte Macadamia-Eis. Weiter ging es in die "Town of 1770" und deren Zwillingsstädtchen Agnes Water. Dort legten wir uns zur Erholung an den Sandstrand und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, bis wir uns auf die Suche nach einem Nachtquartier machten.

Bisher war es immer recht einfach ein Motel zu finden. Mit dem Weg nach Norden werden die Fleckchen Zivilisation aber scheinbar immer seltener: Bei Einbruch der Dunkelheit um sechs wollten wir schon etwas gefunden haben. Dann mussten wir aber noch weitere 150 Kilometer auf den Asphalt legen, um endlich ein Motel zu sichten. Gegen acht Uhr kamen wir dann endlich in Rockhampton an.

So eine Nachtfahrt muß aber wirklich nicht jeden Tag sein. In Deutschland hat man ja immer noch Licht an den Seiten der Straße, hier ist die einzige Lichtquelle der eigene Scheinwerfer, die Lichter der anderen Autos sind eher blendend als hilfreich. Zudem begeben sich in der Dämmerung die Kängurus auf Nahrungssuche - und eine weitere Begegnung der Beuteltierart müssen wir nicht mehr haben. Die Überbleibsel der letzten Tage haben wir heute wieder zu Hauf an den Rändern der Straße gesehen. In der Statistik "Tote gegen lebende Kängurus" steht es mittlerweile 10:0 für die geplätteten...

Montag, Oktober 02, 2006

Brisbane and Noosa

Trotz meiner heutigen Formel1-Nachtschicht schafften wir es wieder um sechs aus den Federn und fuhren direkt auf den Highway. Die Strecke um Brisbane herum war wieder zweispurig ausgebaut und so trudelten wir um zehn in der Hauptstadt Queenslands ein. Dort machten wir einen Walk durch die Innenstadt, bestiegen den Glockenturm der Town Hall und setzten uns zum Mittag mit ein paar Sandwiches unter die Palmen des Royal Botanic Gardens.

Der Rückweg auf den Highway sorgte für etwas Verwirrung und wir fuhren erstmal ein paar Runden um Downtown herum, bis wir die richtige Auffahrt trafen. Eine Stunde nördlich von Brisbane verwandelte sich der Highway wieder mehr in eine Bundesstraße und um uns herum war nur noch Wildnis. Am frühen Nachmittag erreichten wir Noosa, eine Ansammlung kleiner Dörfer an der Küste. - Was für ein Unterschied zu Brisbane! Gerade waren wir noch durch zwischen den verspiegelten Hochhäusern her gelaufen, nun standen wir an einer mit Palmen gesäumten, blauen Lagune. In der Bucht gibt es viele kleinere Inseln, auf denen schicke Ferienhäuser und australische Wohnsitze direkt am Wasser liegen. Wieder mal so ein Ort, von dem man am liebsten gar nicht mehr weg möchte.

Um einer zu langen Autofahrt in der Dunkelheit zu entgehen, machten wir uns bald wieder auf den Weg. Schließlich hatten wir unsere Unterkunft in Harvey Bay schon vorgebucht und mussten so noch ein par Kilometer hinter uns bringen. Die Strecke hatte man uns in typisch australischer Manier mit "etwa anderthalb Stunden" angegeben. Wie üblich konnte man diese Schätzung mal wieder verdoppeln. Wir fragen uns langsam wie schnell die Australier fahren, um ihre Prognosen einzuhalten. - Und das bei einem Tempolimit von 110 km/h.

Aus diesem Grund dämmerte es auf dem Rückweg schon ziemlich. Alle halbe Stunde zogen kleinere Dörfer an uns vorbei, ansonsten nur Hügel und weites Land. Plötzlich bremste das Auto vor uns abrupt und wich nach links aus. - Zu spät: Ein großes Känguru war auf die Straße gehüpft und kam mit seinem Hinterläufen unter die Räder. Dem Auto war scheinbar nichts passiert, aber das arme Tier schien den Aufprall weniger gut überstanden zu haben. So war unsere erste Beuteltier-Sichtung in freier Wildbahn leider nicht sehr erfreulich. Den Rest der heutigen Fahrt absolvierten wir anschließend mit doppelter Vorsicht.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Byron Bay

Mit den ersten Sonnenstrahlen ging es heute morgen um sechs aus den Federn, schnell ins Bad und dann wieder ab auf den Highway. Da es hier immer noch früh dunkel wird, wollten wir so möglichst viel vom Tag haben. Bei strahlend blauem Himmel fuhren wir mal durch dichten Wald, dann wieder durch weite Ebenen aus Wiesen und Feldern, nordwärts.

Irgendwann gab es dann eine Umleitung, kurz vor uns muss es wohl zu einem Unfall gekommen sein und der komplette Highway wurde nun gesperrt. Naja, "Umleitung" ist vielleicht etwas übertrieben: Ein netter Polizist winkte uns von der Straße und gab uns die Empfehlung, in McLean wieder auf den Highway aufzufahren. Also folgten wir erst einmal den ebenfalls abfahrenden Autos auf einem kleinen Weg durch die Pampas. In einer Sackgasse ("No through road!") fiehl bei uns der Groschen zuerst: Wir drehten als erstes Fahrzeug um und fuhren zurück zur letzten Kreuzung - die Autos und Camper hinter uns nach einigen Sekunden dann auch. Durch unsere gedankliche Schnelligkeit waren wir nun also die ersten im Konvoi. Alle folgten uns brav, wahrscheinlich mit der Hoffnung wir würden eine geeignete Karten für diesen Feld-Wald-Wiesen-Umweg besitzen. Irgendwann kamen uns dann wieder Autos entgegen und wir waren so gut wie sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Nach einer halben Stunde trennte nur noch ein Fluss unseren Weg zurück auf den Highway. Die einspurige Brücke wurde im zehn Minuten Takt für die eine und die andere Richtung genutzt - je nachdem wer am Brückenkopf gerade das Recht des Stärkeren durchsetzte. Beim Warten konnte Eva deswegen auch ohne Probleme aussteigen und mit den Bewohnern der nächsten Farm über die Verkehrslage plaudern.

Gegen Mittag trafen wir dann in Byron Bay ein und stärkten uns in diesem kleinen, alternativen Hippie-Surfer-Nest erst einmal mit leckerem, gebratenem Lachs. Nach einem Bummel über die Mainstreet stiegen wir den Hügel des nahgelegenen Leuchtturms hinauf und konnten von der östlichsten Stelle Australiens auf den Pazifik schauen. Und da gab es viel zu sehen: Nach ein paar Delfinen tauchten in der Nähe der Küste immer wieder vorbeiziehende Buckelwale auf und zeigten und ihre Schwanzflosse, bliesen fröhlich Wasser in die Luft oder warfen sich etwas weiter entfernt sogar wagemutig auf die Wasseroberfläche.

Von diesen Bildern beeindruckt, sprangen wir am feinsandigen Strand der Bucht dann auch noch selbst die Fluten und genossen die letzten Sonnenstrahlen direkt am Wasser.

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